
Fototipp
Die Kunst der Glaskugelfotografie
Habt ihr schon einmal etwas von einem Lensball gehört? Es ist ein beliebtes Tool unter (Hobby)Fotografinnen und Fotografen, um alltägliche Motive aus neuen Perspektiven festzuhalten. Wie setzt ihr die Glaskugel am besten ein? Mit diesen Tipps gelingen euch kreative Fotos.
Beim Lensball handelt es sich um eine kleine, meist handgroße Kugel aus hochwertigem Kristallglas, die faszinierende Effekte möglich macht. Die Umgebung wird wie durch eine Linse gespiegelt und um 180 Grad gedreht. Das ermöglicht es, kreative Bilder mit einer surrealen kunstvollen Wirkung zu erzeugen. Besonders geeignet ist die Kugel für Landschaftsaufnahmen, Stadtmotive oder Detailaufnahmen. Durch die Verfremdung wirken sie spannender.
Wie funktioniert Glaskugelfotografie?
Die Handhabung ist denkbar einfach: Ihr platziert die Glaskugel in eurem Bildausschnitt, entweder auf einer festen Oberfläche, in eurer Hand oder auf dem Boden. Wichtig ist, dass der Fokus eurer Kamera auf die Kugel gerichtet ist, um die Spiegelung im Inneren scharf einzufangen. Währenddessen bleibt der Hintergrund oft unscharf. Dies erzeugt den beliebten Lensball-Effekt, bei dem der Bildausschnitt in der Kugel als Hauptmotiv in den Fokus rückt.
Einfacher Startpunkt: Nutzt euer Smartphone im Porträtmodus, um den Hintergrund weichzuzeichnen. So lenkt ihr den Blick des Betrachters direkt auf das Geschehen in der Kugel.
Besonderheiten und Tipps
1. Spiel mit der Perspektive
Ob in der Stadt, am Strand oder in den Bergen – mit Hilfe der Glaskugel dreht ihr die Welt buchstäblich auf den Kopf. Sie funktioniert fast überall. Die Abbildung im Inneren erscheint spiegelverkehrt. Positioniert die Kugel bei euren ersten “Gehversuchen” in Bodennähe, um spannende Motive wie die Skyline einer Stand in den Fokus zu rücken. Tipp: Experimentiert mit der Position der Kugel und wählt bewusst eine niedrige Kameraperspektive, um in euren Bildern Tiefe zu erzeugen.
2. Reflektionen und Symmetrien nutzen
Spiegelungen auf Wasserflächen oder auch Glas ergänzen die Lensball-Effekte perfekt. Fallen euch Symmetrien auf, sorgen diese zudem für harmonische Kompositionen. Platziert auch in diesem Fall die Kamera in Bodennähe, um die Spiegelung einzufangen.
Tipp: Sucht nach ruhigen Wasserflächen oder glatten Oberflächen, um doppelte Spiegelungen zu erzeugen. Die Blaue Stunde verleiht eurem Foto das gewisse Etwas.
3. Bewusster Einsatz von Licht
Licht spielt eine zentrale Rolle für die Wirkung eurer Bilder. Besonders spannend wirkt es, wenn ihr den Lensball zur Goldenen Stunde bei Sonnenauf- oder -untergang oder zur Blauen Stunde nutzt. Das Licht wird gebrochen und erzeugt interessante Reflexionen.
Tipp: Versucht, auch die Sonne selbst mit in das Foto zu integrieren. Zu früher Stunde wertet das das Bild auf.
4. Hände als Mittel der Bildgestaltung
Haltet den Lensball in der Hand und rückt genau das in den Fokus. Das Smartphone erlaubt euch, mühelos aus verschiedenen Winkeln zu fotografieren. Nutzt die „Live-Ansicht“ eures Smartphones, um genau zu sehen, wie die Szene im Lensball wirkt, bevor ihr das Foto macht.
5. Smarte Nachbearbeitung
Viele Smartphones bieten einfache Bearbeitungs-Apps oder eine integrierte Bildbearbeitung, mit denen ihr eure Bilder nachträglich optimieren könnt. Dreht das Bild zum Beispiel um 180 Grad, um die Motive im Lensball wieder „aufrecht“ erscheinen zu lassen oder passt Farben und Kontraste an. Das verstärkt die Effekte noch einmal.
6. Sicherheit und Pflege
Ein Lensball ist empfindlich. Achtet darauf, ihn sicher zu transportieren. Wir empfehlen dafür beispielsweise eine gepolsterte Tasche. Reinigt die Kugel regelmäßig mit einem Microfasertuch. Auf diese Weise bewahrt ihr den Lensball vor Kratzern und Schlieren.
Mit diesen Tipps und eurem Smartphone habt ihr die Chance, die kreative Welt des Lensball-Fotografierens zu entdecken. Erschafft einzigartige Bilder, die aus der Masse herausstechen. Vor allem aber: Experimentiert.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Ausprobieren.
Annika und Mathias Koch